Biotattoos?

Bio-, Time- und Temptattoos – eine Riesenlüge! Angenommen es gäbe sie wirklich – wären wir dann nicht wirklich einfach nur dumm, wenn wir sie nicht machen würden? Aber noch einmal für alle, die noch immer dran glauben oder es immer noch glauben wollen: ES GIBT SIE NICHT.

Wenn man die, ich nenn sie jetzt mal „Biotätowierer“ (welche zumeist Kosmetiker/Innen sind, die sich durch dieses unseriöse Geschäft ein lukratives Zubrot aufgrund der Gutgläubigkeit der Kunden versprechen) danach befragt, was denn der Unterschied sei zwischen einer Bio- und einer professionell ausgeführten Tätowierung, dann wird als Argument die unterschiedliche Stichtiefe genannt. Laut Aussage der Damen und Herren „Biotätowierer“ werden die Konturen angeblich nur 0,04 mm in die Haut eingebracht, die Farbe nur in die Haut „eingerieben“ (!!!). Dort soll sie angeblich durch den normalen Hauterneuerungsprozess im Laufe der Zeit wieder abgestoßen oder abgebaut werden.

Jeder Dermatologe wird bestätigen, dass die Epidermis auf regulären Hautpartien bis maximal 0,2 mm stark (und mit der darunterliegenden Dermis, Corium, Lederhaut höckerig verzahnt und verbunden) ist, sodass sie Tattoo schon nach spätestens 28 Tagen abgestoßen haben müsste. Aufgrund der ungleichmäßig dicken Beschaffenheit der Epidermis ist es unmöglich, auf 0,0… mm genau die Stichtiefe einzuhalten und es wird zwangsläufig immer Farbe mit in die Dermis gelangen, und somit auch fagozytiert, also gespeichert werden – das bedeutet für immer!

Wenn man sich die Resultate der „Biotattoos“ ansieht, bestätigt das die Annahme: Teils werden die Farben abgestoßen, teils verbleibt etwas in den diversen Hautschichten mit wirklich erschreckenden Ergebnissen!

Man bedenke: es reicht eine Speichertiefe der Farbe von 0,2 – 0,3 mm aus, um eine professionelle Tätowierung zu erstellen. Einige „Biotattoos“, die wir gesehen haben, wiesen sogar beträchtliche Vernarbungen und ein Verlaufen der Farbe unter der Haut auf, was darauf schließen lässt, dass der „Biotätowierer“ fernab dieser Stichtiefe gearbeitet haben muss.

Anmerkung: Der Nadelhub einer Tattoomaschine ist natürlich höher als nur 0,2 mm, jedoch hat die Haut auch noch, je nach Hautpartie unterschiedlich, einen Widerstand, der überwunden werden muss. Wenn jedoch zu tief ins untere Hautgewebe vorgedrungen wird, verheilt die Tätowierung nur noch reparativ und nicht mehr regenerativ, was zur Folge hat, dass das Gewebe nach dem Verheilen Vernarbungen aufweist.

Eine „Biotätowierung“ soll nach angeblich 2 – 7 Jahren verschwunden sein? In einem langsamen Prozess des Verblassens? Eine „Biotätowierung“ ist schon neu nicht mit der Qualität einer professionell erstellten Tätowierung vergleichbar, mit weniger brillanten Farben (da mit der Farbe und den Maschinen der Kosmetiker/Biotätowierer und den für normale Hautpartien nicht die gleiche Pigmentdichte erreicht wird), zumeist schon von Anfang an blass und verlaufen.
Es sieht eben schon neu alt aus. Man zahlt also einen Haufen Geld (meistens mehr als für ein professionelles Tattoo) um evtl. gefragt zu werden: na, wo hast Du das denn machen lassen? Im Knast?

Ganz verschwinden wird aber auch ein „Biotattoo“ nicht, da, wie schon beschrieben, die Farbe in einer Tiefe sitzt, dass sie gespeichert und nicht abgebaut wird. Zudem gibt es auch keine Bio-, Öko-, Pflanzenfarben – wenn es sich z.B. um Schwarz handelt, ist es reiner Kohlenstoff (meist hergestellt aus Gasruss), welcher in der Haut nicht zerfällt oder sonst wie abgebaut wird. Das ist auch bei den Farben unserer unseriösen „Kollegen“ nicht anders! Allenfalls unterscheidet sich die Farbe in der Pigmentdichte.

Ein weiteres Problem ist, dass es wenig bedarf, um solche Unseriositäten zu betreiben: Auf dem freien Markt ist alles käuflich zu erwerben, was dafür nötig ist, sogar inklusive einer wichtig aussehenden Urkunde, in die nur noch der eigene Name eingetragen werden muss. So schnell wird man „Biotätowierer“ – bedenklich!

Ein weiterer Punkt ist auch noch, dass man berechtigte Zweifel an der künstlerischen Qualität, somit an den künstlerischen Fähigkeiten haben muss. Jeden professionellen Tätowierer, der so etwas abliefern würde, würde man als Scratcher, bzw. Pfuscher abtun!

Fazit: Die Behauptung, dass „Biotätowierungen“ nach ca. 2 – 7 Jahren wieder verschwinden, kann von Fachleuten in keiner Weise bestätigt werden und es kann nur davon abgeraten werden. Wer dies jetzt noch nicht glaubt, ist wirklich auf mehr als einem Auge blöd!